Morgen ist der Jahrestag des Untergangs der Titanic. Das mächtige Schiff sank am 15. April 1912 kurz nach Mitternacht. Daher finden sich auch Quellen mit dem Datum 14. April 2012.  An Bord waren 2.228 Passagiere und Besatzungsmitglieder. Die Rettungsbote reichten nur für 1.200 Menschen. 1.514 Menschen starben bei dem Unglück. Das Wrack der Titanic liegt in rund 3.700 m Tiefe im Nordatlantik 750 Kilometer südlich von Neufundland (41° 43’ 55“ N, 49° 56’ 45“ W – falls jemand mal kurz danach tauchen möchte …).

Das Sinken der Titanic ist indes nur ein starkes Symbol, das Richard David Precht in einem Interview mit Karin Fischer vom Deutschlandfunk am 01.05.2017 zum Thema “Zukunft der Arbeit” verwendete:

“Wir dekorieren auf der Titanic die Liegestühle um”

Es lohnt sich, das Interview zu lesen: Interview lesen oder zu hören: Interview hören

Mich hat das Interview nachdenklich gemacht. Nachdenklich auch deshalb, weil viele der Aussagen und Schlussfolgerungen Prechts absolut logisch sind – vorausgesetzt man verfügt über einen gesunden Menschenverstand!

Dass das Thema “Revolution der Arbeit 4.0” oder Digitalisierung mit allen daran hängenden Themenkomplexen aber seit Jahren und selbst im Bundestagswahlkampf bis hinein in die aktuelle Politik der inzwischen gebildeten Regierung so stiefmütterlich und halbherzig behandelt wird, ist NICHT ZU VERSTEHEN.

Oder nur zu verstehen, wenn man viele Politiker als egozentrische, narzistische, fachlich zum Teil völlig inkompetente, lobbyistenabhängige, in Legislaturperioden denkende Persönlichkeiten erlebt, die die Bezeichnung “Volksvertreter” nicht verdienen. Denen es nur um den eigenen Vorteil und darum geht, “ihre Schäfchen” ins Trockene zu bringen. Wie sonst soll der Bürger verstehen,

  •  dass statt eines “Digital- oder Zukunfts-Ministeriums” ein “Heimatministerium” für Herrn Seehofer geschaffen wurde, das enorme Summen an Steuergeldern versenkt?
  • dass der flächendeckende Breitbandausbau mit Glasfaserkabeln seit einem Jahrzehnt verschlafen wird?
  • dass das Thema “Grundeinkommen” immer noch als exotisch und nicht umsetzbar angesehen wird?
  • dass die Schere zwischen arm und reich permanent größer wird und der Mittelstand immer mehr wegbricht?
  • dass man auch, wenn man rund um die Uhr an sieben Tagen arbeitet, in bestimmten Berufen keine Familie ernähren kann,
  • während in anderen Berufen exorbitante Gehälter, Zuschläge und Abfindungen gezahlt werden, die zum “Wert der Arbeit” in keinem Verhältnis mehr stehen?
  • dass viele Rentner unterhalb der Armutsgrenze leben müssen, obwohl sie mehr als vier Jahrzehnte gearbeitet und eingezahlt haben?
  • dass Kinderarmut in einem der reichsten Länder der Welt zunimmt?

Über den/die AutorIn

Kerstin Thieler

Kerstin Thieler lernte nach dem Abitur zunächst etwas Solides und machte ein Banklehre. Nach weiteren Stationen im kaufmännischen Bereich, die nie ihr Ding waren, studierte sie Wirtschaftsinformatik an der FernUni Hagen, um Familie und Studium unter einen Hut zu bringen. Seit 2002 ist sie Inhaberin einer Internetagentur und beschäftigt sich mit der Projektierung und dem Aufbau von Websites und Online-Shops sowie Online-Marketing. Die Liebe zur Musik und Literatur begleiten ihr Leben von frühester Kindheit an. Darüber hinaus engagiert sie sich seit vielen Jahren für diverse soziale Projekte und Organisationen. Die massiven Veränderungen in der Gesellschaft – global, aber auch in Deutschland – bereiten ihr zunehmend Bauchschmerzen. Es bedurfte eines Ventils – des Ü B E R D R U C K V E N T I L S.

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